Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 133. Jahrgang Nr. 51 vom 17. Dezember 1939. S. 3.

Wer heute über den oberen Teil des Karolinenplatzes geht, wo sich im Sommer auf der kleinen Grünfläche die Kinder tummeln, denkt kaum daran, daß hier um 1900 ein Haus gestanden hat, wie es unser obenstehendes Bild noch zeigt. Es war das alte Rebentisch- oder Wolf-Häusel, wie es im Volksmund hieß. Einwohner der benachbarten Straßen holten hier ihre Kohlen. Als man das Häuschen wegen Baufälligkeit abgetragen hatte, wurde der Platz planiert und etwa um 1908 wurden die Bäume gepflanzt, die sich inzwischen stattlich entwickelt haben.
Der Karolinenplatz trägt seinen Namen, was heute kaum noch jemand weiß, nach der sächsischen Königin Karola. Die Benennung dürfte 1882 erfolgt sein, als unter dem Namen dieser Königin in Annaberg ein Unterstützungsverein („Carola“) gegründet wurde, der sich verschämter Armut annahm.
