Historischer Schauplatz des Obererzgebirges.
(20. Fortsetzung.)
Illustrierte Wochenbleilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Sonntag, den 14. April 1929. S. 3
Kapitel 9.
Von anderen Waldungen.
Unter dem Schönbrunnischen Forstrevier liegen: der Heydelbach unter Wolkenstein (an 1000 Schragen Holz zur Flöße), der Brand und die Leithe am Hüttengründner Bach bis an die Schoppa, die Schoppa bis an den Holzbach, der den Rain hält zwischen dem Einsiedelholz, der Hohnstein genannt, bis an Olbersdorf und Geringswald, die Zeisigsteinleithe (liegt an der Wolkensteiner Schmelzhütte bis an den Scheidebach zwischen Olbersdorf und diesem Gehölz), Frauenholz, eine Leithe an der Schoppe und den Neundörfischen Richtersgütern, das Scharfensteiner Gehölz, die Klinge, der Zänker, der Hohenstein und der Rosenberg.
Unter dem Fernsrückerswalder Forstrevier liegen: Die Leimgrube, der Buchwald (um und um mit den Marienbergischen Gütern 490 Ruten lang, 450 breit, 4050 Schritt im Umgriff, hat große Fichten und Tannen), daneben der Hilbersdörfer Brand, der mit dem Marienbergischen Holz raint.
Lautenhayn ist groß Stück Holz hinter der Heintzbank zwischen dem Längfelder Wald und dem Bertelsdorfischen Holz, Judenhain und Lauterbach.
Sonst haben einige Städte, Flecken und Dörfer ihre sonderbaren eigentümlichen Wälder. Anno 1522 kaufte der Rat zum Annaberg Graf Wilhelm von Hassenstein in Böhmen etliche Wälder auf der Grenze um 1000 Taler auf 40 Jahre zum Stockraum ab. Die Stadt Marienberg hat das schwarze Holz, den Schindelbach, die Mehlleithe, die Heide an der Preßnitzer Straße, den Ziegelwald, den Brand, der an den Hilbersdörfer stößt u. s. f.
Kapitel 10.
Wälder im Schlettauer und Grünhayner Amt.
Im Amt Schlettau liegen:
- das Stockholz gegen Elterlein,
- der Hofbusch gegen Hermersdorf,
- die hohe Tanne zwischen Schletta und Hermersdorf am Tzschopawasser,
- das Berghäusel zwischen Königswald und Cranzahl,
- der Stahlberg gegenüber dem Weinberg und dem Cranzahl,
- das junge Holz über dem Stahlberg zwischen Bärnstein und Lampersbach,
- Lieben- und Wolfstein, zwischen Waltersdorf und Cranzahl gelegen.
Im Amt Grünhayn sind:
- der Langenberg,
- Schwedelwald zwischen dem langen Berg und Pfannenstiel,
- der Pfannenstiel,
- Einsiedel,
- Spiegelwald,
- Mittagsbrunn und Brennloch, hinter dem Spiegelwald und Viehknochen gelegen,
- Grobitschhau an der Lößnitzer Straße,
- Moosheide am Zwönitzer Wald; beide sind ein Holz, dadurch die Zwönitzer Straße geht, und haben so nassen sumpfigen Boden, daß man das Holz nur bey harten Frösten daraus bringen kann,
- Zwölflehn, ein schmal Stück, vorzeiten ins Kloster gehörig,
- der Brand zwischen Zwönitz und Elterlein,
- drei Lachen am Geyerischen Walde,
- großer Fuchsstein zwischen Elterlein und Geyer,
- kleiner Fuchsstein ebendaselbst,
- hinter und förder Filz daselbst,
- Winterleithe und Kutten ober dem Filz zwischen Elterlein und Geyer,
- junges Gehölz bei der Elterleiner Gemeinde,
- Lagerstatt und anliegend junges Holz,
- Schatzenstein zwischen Elterlein und Zwölflehen,
- Glaßberg, Broneckerlein und Schindelwald, nur ein Holz,
- Langeleith zwischen Elterlein und Zwönitz,
- Henneberg oder Heide zwischen Schwarzbach und Waschleithe,
- Viehknochen oder Buchwald, hinter dem Kloster am Fuhrwerksberg gelegen,
- Fürstenberg und Hopfleithe, ein Gehölz aneinander, nach Raschau gegen den Emler gelegen,
- Mühlberg zwischen Elterlein und Grünhayn an der Straße,
- Rottenbach zwischen Raschau und Mitweide gegen den Emler über,
- Ziegenberg oder Wolf Klingers Hammer am Elterleiner Stein nach Schwarzenberg,
- das Hölzel bei der Erbisleithen oder Matz Schumanns Hammer hinter der Niederscheiben,
- Aberschaar, zwischen Tannenberg und Hermersdorf gelegen,
- Eisenberg und Brunnloß, aneinander gelegen zwischen Elterlein und Scheibenberg,
- Heidel, ein klein Holz gegen dem Stockholz,
- Förstel am Steige von Elterlein nach Schwarzenberg,
- der Rieß bei Bernsbach gegen Schwarzenberg,
- Teufenstein unter der Sachsenfelder Holzleithen nach dem Schwarzwasser.
Man könnte die Forstreviere kurz fassen und sagen, daß der Förster in der Lauter unter sich habe 56 kurfürstliche Hölzer, der Pöhler 9 starke Wälder, der auf der Heintzbank neben 20 kleinen den großen böhmischen Hauptwald an der Grenze, die drei Wildesberge genannt, derer oben gedacht ward, außer dem Scharfensteinischen Gehölze, der Zöblitzer die Hauptwälder an der Natschung, in die zwei Meilen lang, und sonst noch 30 Wälder, der Grünhainer 32 kurfürstliche Wälder, der Crotendörfer 53 Wälder, auf drei Meilen lang, darunter den Gottsgaber Hauptwald, über den zwölf Wälder bestellt sind, und also von den übrigen. Jedoch weil in diesen historischen Abschnitten mancherlei sonst unbekannte gebirgischen Namen umlaufen, habe ich aus der 1596 über das Amt Schwarzenberg, Amt Crotendorf und erkaufte Planitzer Güter geschehenen kurfürstlichen Holzbereitung nachfolgende in Tabellen verfaßte summarische Uebersicht vorstellen wollen, woraus u. a. zu erkennen ist, wie die damals anstehenden großen Wälder nunmehr meist niedergelegt worden sind.
(Fortsetzung folgt.)