(Fortsetzung und Schluß.)
Illustrierte Wochenbeilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Sonntag, den 23. Juni 1929. S. 3
1779 war die Zahl der Haushaltungen auf 300 angewachsen, 1801 wohnten in 183 Häusern 1478, 1830 aber 1781 Konsumenten, 1834 in 214 Häusern 2478 Seelen, 1846 in 257 Häusern 3122 Bewohner, 1864 in 303 Häusern 4561 Bewohner, 1900: 8402 Bewohner und 1925 8919 Bewohner.
Nach dem Niedergang des Bergbaues bildete die Bandweberei und Posamentenmacherei das Hauptgewerbe in Buchholz. Es wurde 1589 und 1590 von G. Einenkel und Christoph Thiel hier zuerst gegründet. Bald verbreitete sich dieses Gewerbe auch in den Orten der Umgebung und beschäftigte um 1800 bereits 240 Meister mit 360 Stühlen, 80 Gesellen und 30 Lehrlingen. Am einträglichsten gestaltete es sich während der französischen Revolution, weil da die Konkurrenz mit Frankreich in anderen Ländern Europas aufgehört hatte und lieferte die größte Menge von Fabrikaten in der letzten Zeit vor dem Anschlusse an Preußens Zollsystem, das den starken Absatz nach Oesterreich vernichtete. Die hiesige Firma Ebeling stellte 1834 in Dresden ihre Erzeugnisse, darunter selbst mit Devisen bedruckte Bänder, aus. Man fertigte auch Seidenwaren, aber weniger als um 1700, auch klöppelte, stickte und nähte man aus. 1805 stellte man auch in 7 Werkstätten sehr viele Spielkarten, besonders für Dorfschenken, her. Bereits 1587 bildeten die Kartenmacher und Kartenmaler eine besondere Innung. Die meisten Meister gaben später die Arbeit auf oder wendeten sich von hier fort. Vor etwa 100 Jahren wohnten hier noch Bergleute, die namentlich in den Silber-, Kobalt- und Kieszechen des Schottenberges beschäftigt waren. In den Kommunzechen: Bierschnabel, Himmlisches Heer, Silberkammer, südlich über der Stadt, nebst deren „unteren Maaßen” und den drei Königen baute man noch ab.
Schließlich sei noch eines Gebäudes an der Straße nach Sehma gedacht, an das sich eine Sage knüpft, der Katzenmühle. Die Katzenmühle soll von einem reichen Buchholzer Müller erbaut worden sein. An die Mühle war ein Eselstall angebaut. In dem litt es aber keinen Esel, weil sich der Teufel diesen Stall zur Wohnung ausersehen hatte und in der Geisterstunde fürchterlichen Radau machte. Während einer kalten, grausigen Winternacht hätten einst zwei Bärenführer für sich und ihre Bären um Obdach gebeten. Der Müller habe ihnen erlaubt, die Bären in den Stall, in dem es „scheuchte”, unterzubringen. Die Bärenführer selbst aber habe er in seiner Wohnung aufgenommen und gut bewirtet. Da, um Mitternacht sei im Stall plötzlich ein furchtbares Getöse losgegangen, ein gräßliches Schreien, Brüllen und Brummen. Der Müller weckte die schnarchenden Bärenführer. Sie eilten nach dem Stalle. Als sie an die Tür kamen, hätte eben der von den Bären böse zugerichtete Teufel „Reißaus” genommen. Am andern Morgen hätte der erfreute Müller Bären und Bärenführer noch reichlich mit Speise und Trank versehen und sie auch noch ein Stück begleitet. Wenige Tage darauf kam der Müller einmal nachts spät nach Hause. Da tritt der Böse an ihn heran und fragt, ob denn die „großen Katzen” noch in seinem Stalle wären. Als dies der Müller bejahte, sei der Teufel mit Gezisch und Gestank davongefahren und habe sich nie wieder sehen lassen. Die Mühle habe aber davon den Namen „Katzenmühle” bekommen, weil der Teufel die Bären für Katzen angesehen habe.