Jahnsbach, alt, fleißig und interessant!

Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 133. Jahrgang Nr. 22 vom 9. Juni 1940. S. 4.

Dicht bei Thum empfängt uns die lebhafte Strumpfgemeinde Jahnsbach. Reiches industrielles Schaffen prägt dem Orte mit seinen 2500 Einwohnern den Stempel auf, wenn auch zwischen die Fabriken Landwirtschaften eingestreut liegen. Allein 22 Erbhofbauern bearbeiten ihre Scholle in hartem und zähem Tun. Eine halbe Stunde lang zieht sich die bebaute Gemarkung leicht lehnan, und durch die Freilichtspiele in den Greifensteinen ist auch Jahnsbach von neuem als sogenannte Greifenstein-Gemeinde mit in den Vordergrund getreten. Von ihm hinauf zur prächtigen Naturbühne sinds kaum zwanzig Minuten gemütlichen Wanderns.

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Die Kirche von Jahnsbach. (Aufnahme des Bilderdienstes vom Tageblatt.)

Die Gemeinde Jahnsbach ist alt. Sie dürfte schon um 1442 als Bergmann- und Bauernsiedlung gegründet worden sein. Der Bergbau hat seine Spuren, wenn auch nur in Halden und Stollen, bis in die Gegenwart erhalten. Es ist ein hübsches Bild, das der Ort bietet, wenn man ihn vom Waldrand in Richtung Geyer schaut. Sanft schmiegt er sich in die Felder- und Wiesensenke und Waldstreifen ziehen über die Hänge wie dunkle Teile eines Mosaiks. Die Gemeindeflur ist 411 Hektar groß und in ihrem bebauten Teile blickt den aufmerksamen Wanderer manches altehrwürdige Fachwerk mit faltigem Antlitz an. Es hat manches erlebt, Generationen aus seinen Türen gehen sehen und auch mit erlebt, wie der Ort die Intervalle zwischen guten und bösen Zeiten auskosten mußte.

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Das Jahnsbacher Kriegerehrenmal. (Aufnahme des Bilderdienstes vom Tageblatt.)

Heute steckt Jahnsbach mitten im Aufbau. In den letzten Jahren wurde mancher Meter Wege und Straßen ausgebaut. Der Straßenausbau schreitet weiter vorwärts. Nicht vergessen werden darf, daß sich Jahnsbach günstiger Verkehrslage erfreut. Es ist neben dem „Greifenstein-Expreß“ vor allem die schnellere KVG, die den regsamen Ort mit Annaberg, dem Fichtelberggebiet und mit Chemnitz verbindet.

J. B.