Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 134. Jahrgang Nr. 2 vom 12. Januar 1941. S. 4.
Evan Evans
Auf dem Kirchhof von Geyer liegt ein Grab, das trägt unter einem schlichten Kreuz den Namen Evan Evans auf feinem Stein. Wer war Evan Evans?
Der Bergbau, der einst dem Erzgebirge Wohlstand und Aufstieg brachte, kam im 18. Jahrhundert nach und nach zum Erliegen. Die Silberquellen waren erschöpft. Not und Sorge fingen an, in den Hütten der erzgebirgischen Bergleute ihren Einzug zu halten. In Geyer fand 1855 das letzte Zinnschmelzen statt. Der Bergbau wurde eingestellt. Schon 1803 war der Geyersberg zum zweiten Mal zusammengebrochen. Aus dem Berg, in dem einst rührig geschafft wurde, war die Binge geworden. Da kam, es war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Evan Evans nach Geyer. Im angrenzenden Siebenhöfen baute er eine bedeutende Spinnerei, die fortan vielen Arbeitern wieder Arbeit und Brot gab. Evans hat sich um die Begründung und die Entwicklung der sächsischen Baumwollspinnerei hochverdient gemacht. Seine Fabrik in Siebenhöfen ist noch heute zu sehen. Er wurde 1765 in Llangellidt geboren und starb 1844 in Geyer. Die Stadt Geyer hat den verdienten Mann dadurch geehrt, daß sie eine ihrer Straßen nach ihm benannt hat. Wer nach Geyer kommt, sollte sich auch einmal die Evans-Fabrik in Siebenhöfen und das Grab von Evans auf dem Kirchhof ansehen, zwei bescheidene Denkmäler großer Arbeit.
– k. h. p.