Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 123. Jahrgang Nr. 47 vom 24. November 1929. S. 1 – 2.
Von Lic. Dr. Bönhoff, Dresden-Friedrichstadt.
Gemeint sind damit die Dörfer Arnsfeld, Oberschaar, Grumbach, Schmalzgrube, Satzung, Steinbach, Ober- und Niederschmiedeberg. Bis zum Jahre 1693 bildeten sie eine große Kirchfahrt. Die eine Quelle, auf die wir uns für unsere Darstellung beschränken wollen, ist jedoch insofern sehr wichtig, als sie an Ort und Stelle selbst geflossen ist. Es handelt sich hierbei um die Pfarrmatrikel, d. h. um das Bestandsverzeichnis der damaligen großen Pfarrei Arnsfeld, deren Umfang wir oben andeuteten, aus dem Jahre 1575. 17 Blätter sind es, die sich als eine „gründliche Beschreibung des Pfarrlehns und der Kirche Arnsfeld, ihrer drei Filiale, ihres gänzlichen Vermögens und Einkommens” betiteln. Wir werden sie nicht Wort für Wort abdrucken, auch nicht immer ihres Tones, geschweige denn ihrer Rechtschreibung uns hier bedienen. Aber wir können aus ihr mancherlei lernen, um uns ein Bild von den gedachten Ortschaften im 16. Jahrhundert zu machen; mit einem Worte: aus dieser kirchlichen Quelle läßt sich viel Weltliches entnehmen! Wir verdanken diese Aufzeichnungen dem Ortspfarrer jener Tage; es ist der dritte evangelische Pfarrer von Arnsfeld, Gabriel Stange aus Geringswalde. Er ist der erste evangelische Pastor von Knobelsdorf bei Leisnig; als solcher heiratete er 1543 Anna Jäger, eine frühere Nonne aus dem Benediktinerinnenkloster seiner Vaterstadt, am Ende gar eine Kindheitsgespielin, die als Mädchen den Schleier genommen hatte. Seit 1557 bekleidete er das Pfarramt zu Höckendorf bei Tharandt und ging 1565 nach Annaberg, um dort als Diakonus zu wirken. Im Jahre 1569 siedelte er nach Böhmen über, um die Pfarrstelle in Tetschen zu übernehmen, kehrte aber bereits anfangs 1573 nach seiner sächsischen Heimat zurück und zog, wie gesagt, als dritter evangelischer Geistlicher in Arnsfeld ein.
Seine beiden Vorgänger waren gewesen: Martin Pfauentritt und Christophorus Fabrizius. Jener
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