Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 44. — Sonntag, den 26. Oktober 1930, S. 1 – 2.

Wo sich das Massiv des Fichtelbergs mit sanft geböschtem Hang nach Gottesgsb zu abdacht, sickert ein schmaler Waldbach zwischen verwetterten Fichten dahin, das Schwarzwasser. Westwärts zieht sein Lauf durch das weite Moorgebiet, das dort den Kamm bedeckt, und nimmt aus ihm all die goldbraunen Rinnsale auf, die das Gelände entwässern. Vorbei an den Gottesgaber Försterhäusern führt sein Lauf, bald über braunschwarzen Grund, bald über glitzernden Sand und klotzige Blöcke, zwischen schütteren Wäldern und rotbraunen Heideflächen, nach den zerstreuten, niedrigen Häusern und Hütten von Seifen, Zwittermühl und Junghengst. Bei Johanngeorgenstadt wendet sich das Schwarzwasser gen Nord und eilt in schmal eingeschnittenem Tal, in das zwischen Hang und Wald all die lieben kleinen Nester: Breitenhof und Breitenbrunn, Erla und Crandorf, gebettet sind, hinaus gen Schwarzenberg. Von steilem Felsen blicken Schloß und Kirche des Städtchens hernieder auf die lärmenden Werkstätten moderner Industrie, die den Flußlauf säumen. Vorüber an den gewerbfleißigen Ortschaften Neuwelt, Sachsenfeld und Lauter windet sich das Tal, nochmals eingeengt von bewaldeten Höhen, nach dem Becken von Aue, wo der Fluß in die Zwickauer Mulde mündet.