Ein Rückblick auf seine Entwicklung
(3. Fortsetzung und Schluß)
Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 134. Jahrgang Nr. 8 vom 23. Februar 1941. S. 1.
Ihren Zusammenhalt wahrte die WSA durch die seit 1928 allwöchentlich im Sommer und Winter in der vom Turnverein gepachteten Hütte am Spitzberg abgehaltenen Hüttenabende, die ein munteres Völkchen bei Lied, Spiel und Humor sah und in den Sommermonaten auf der Spielwiese gesunden Ergänzungssport ermöglichte. Bedauerlich war es daher, als anderweite dienstliche Verpflichtungen nach 1933 den einen oder anderen vom Hüttenbesuch abhielt oder gar zum Ausscheiden aus der Abteilung veranlaßte, so daß der Pachtvertrag gelöst werden mußte.
Die sportliche Neuordnung im NSRL brachte 1937 die schmerzliche Tatsache der Auflösung der WSA, die nur dadurch gemildert wurde, daß die Sache des Wintersports durch den „Turnverein von 1861“ schon in den letzten Jahren in bester Zusammenarbeit gefördert worden war und von diesem nun als der gegebenen großen Gemeinschaft als neues Arbeitsgebiet übernommen wurde und im Sinne der bisherigen Leistung weitergeführt werden soll. Von der Skiabteilung des Turnvereins werden nun schon seit einigen Jahren die traditionellen Neujahrssprungläufe durchgeführt, wie auch alle weiteren Veranstaltungen wintersportlicher Art von ihr als dem Träger unter der alten Leitung ausgeschrieben und organisiert werden.

Schon oft hielt der eigene Sportbezirk in Geyer Einkehr, wie auch die Bezirke Chemnitz und Leipzig wiederholt ihre Bezirksläufe in unserem schönen wald- und abwechslungsreichen Gelände starteten, so daß Geyer in diesem Jahre das Wagnis übernehmen konnte, nicht nur 4 Bezirke, sondern auch ihre zugehörigen Banne und Untergaue zu Gaste zu laden. Infolge Verkehrsschwierigkeiten sagten Leipzig und Rochlitz ab, aber immer noch kamen 400 Nennungen der Bezirke Chemnitz und Annaberg am 12. Januar 1941 zur Bearbeitung. Es galt alle Voraussetzungen zu schaffen, daß gleichzeitig die Langläufe der Männerklassen und der HJ, die Abfahrtsläufe der Frauenklassen, BDM und des JV reibungslos durchgeführt werden konnten. Es galt Laufstrecken nach den geltenden Vorschriften zu legen und die sonstigen Sportanlagen in dem Zustande zur Verfügung zu stellen, daß sie einen geeigneten Maßstab zur Auslese für die Wettbewerbe in Bereich und Gebiet bieten. Dabei wurde die Leitung unterstützt vom Bürgermeister, der SA, der HJ, dem BDM, dem DRK, der Feuerwehr, den Turnern und vielen freiwilligen Heldern, so daß die Bezirksläufe von 1941 ein ansehnlicher Höhepunkt in der Geschichte des Wintersportes in Geyer wurden.
So steht die Entwicklung des Wintersportes in Geyer im Zeichen unaufhaltsamen Fortschrittes, an dem nicht nur die im Sport arbeitenden Kräfte, sondern vor allem auch die Stadtväter einen hervorragenden Anteil haben, die auf alle Vorschläge und Anregungen willig eingingen und die Belange des Wintersportes in großzügiger Weise förderten und damit nicht nur dem zeitbedingten Verlangen der Jugend nach sportlicher Betätigung, sondern zugleich der Werbekraft guter Sportanlagen für das Gemeinwesen Rechnung trugen. So kann sich Geyer mit seinen bestehenden und seinen geplanten Sportanlagen ohne Überhebung in die Reihe der namhaften Pflegestätten des Wintersportes in der engeren Heimat und im Großdeutschen Reich stellen, und der eigene Nachwuchs gibt nach Zahl und Bewährung die Gewißheit, daß auch in Zukunft die Weiterentwicklung des Wintersportes in Geyer gesichert ist.
L.