Eine 88jährige Buchholzerin.

Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 20 – Sonntag, den 11. Mai 1930, S. 4.

Kopie
Frau Pauline Ebeling

Glückauf der lieben Alten zum Muttertag!

Auch am Muttertage wieder wird man sich nicht nur in den Kreisen der bekannten Buchholz-Annaberger Gastwirtsfamilie Ebeling, sondern auch in breiterer Oeffentlichkeit gern der lieben „Pauline“ erinnern, der jahrzehntelangen Wirtin einer bekannten einstigen Schankwirtschaft in der Silberstraße zu Buchholz: Frau Pauline Ebeling, die, in Dresden weilend, jetzt im 88. Lebensjahre steht und damit wohl zu den ältesten noch lebenden Buchholzerinnen gehört. Viele gedenken noch der stets freundlichen Frau, die in schwerer unermüdlicher Arbeit Tag und Nacht an der Seite ihres Gatten Albin in der so beliebt gewesenen gemütlichen Schänke „Ebelings Restaurant“ schaltete und waltete. Albin Ebeling war der erste Wirt, der in jenem Hause in der Silberstraße die Schankkonzession ausübte, und zwar von 1867 bis 1903. Nachfolger war dessen Sohn, der als jetziger rühriger Gambrinus-Wirt in Annaberg weithin bekannte Heinrich Rudolf Ebeling, der auch auf dem Gebiete der Wohltätigkeit mit warmem Herzen jahrein, jahraus segensreich wirkt. Ueber die weitere Geschichte der Buchholzer Gaststätte, in der Mutter Ebeling so lange, ohne jede fremde Hilfe, schuf, hat die „O. Z.“ bereits berichtet. U. a. Übernahm 1907 ein gewisser Paul Seidel das Restaurant und 1908 war Wirt desselben Rudolf Städtler. Im Jahre 1915 wurde die Gastwirtschaft dann wegen schlechten Geschäftsganges stillgelegt. – Mutter Ebeling aber, die liebe alte „Pauline“, verlebt nun in Dresden ihren Abend; wir grüßen sie am Muttertag mit heimatlichem „Glückauf!“ und wünschen ihr noch viele schöne Stunden lieber Erinnerung an ihr Buchholz!