Der Ehrenvorsitzende des Erzgebirgsvereins, Pfarrer Löscher.

Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 40 – Sonntag, den 28. September 1930, S. 4.

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Pfarrer Friedrich Hermann Löscher.

Am 14. September vollendete Pfarrer Friedrich Hermann Löscher sein 70. Lebensjahr. Vor kurzem verabschiedete er sich von seiner lieben Stadt Zwönitz, der er 43 Jahre als Seelsorger gedient hatte. Aber das Wirken dieses Mannes ist weit über die Grenzen seiner engeren Heimat hinaus befruchtend gewesen. In Annaberg geboren, hat er sich aufs innigste mit seiner erzgebirgischen Heimat verbunden gefühlt. Für sie wirkte er unermüdlich in Wort und Schrift. Den Heimatbestrebungen galt seine besondere Liebe. Für all das, was er in einem langen Leben getan, dankt ihm vor allem an seinem 70. Geburtstage der Erzgebirgsverein, der unter seiner Leitung zu der jetzigen Höhe emporgeführt worden ist, dankt ihm der ganze Verband deutscher Gebirgs- und Wandervereine, danken ihm auch die vielen Leser seiner gemütsinnigen Heimatschriften. Daneben fand er noch Zeit, sich in der Landessynode und an führender Stelle im Landeskirchenchorverband zu betätigen. Ueberall erfreute er sich dank seines lauteren Charakters, seines goldenen Humors und seiner bezwingenden Rednergabe der höchsten Wertschätzung. Möge dem treuen Heimatfreund ein noch langer, sonniger Lebensabend beschieden sein! – Pfarrer Löscher ist, wie gemeldet, in diesem Jahre in den Ruhestand getreten. Er war zuletzt seit langen Jahren Pfarrer in Zwönitz. Wenn in diesen Tagen nun der Erzgebirgsverein in Buchholz zusammentritt, so wird er dieses Mannes als seines langjährigen, hochverdienten Führers und jetzigen Ehrenvorsitzenden wie stets dankbar gedenken. Verkörpert sich doch in ihm ein gut Stück der Entwicklungsgeschichte des Hauptvereins. In die Zeit seiner Geschäftsführung als Vorsitzender fallen wichtige, zum Teil bahnbrechende Aufgaben, die der Erzgebirgsverein tatkräftig in die Hand nahm und zur Durchführung brachte; Aufgaben, die unserer gesamten Gebirgsheimat zum Segen gereichten und Ruf und Ruhm des E. V. weit ins Land trugen.