Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 49. — Sonntag, den 30. November 1930, S. 4.

In Weipert hat, wie gemeldet, Franz Willi Zapp, der bekannte Oberlehrer der Grenzstadt bei Bärenstein seinen 60. Geburtstag begangen. Er ist ein Mann, der sich nicht damit beschieden hat, allein seinen pädagogischen Beruf zu erfüllen, sondern hat sein Lebensziel mit darin gesehen, auch außerhalb seiner amtlichen Tätigkeit der Heimat dienstbar zu sein. In guten und bösen Tagen hat er dies mit unentwegter Treue getan. Als kerndeutscher Mann lag es ihm besonders am Herzen, seinen deutschen Brüdern Helfer und Vorkämpfer zu sein, und das besonders als im und nach dem Weltkrieg diese Aufgabe immer brennender wurde. Ueberall wo es galt bei völkischen Nöten einzugreifen, die bedrohten Interessen der Deutschen zu wahren, rief man nach Willi Zapp. Ohne Zögern war er stets zur Stelle, gleich, ob ihm Schwierigkeiten oder Unannehmlichkeiten entstanden oder entstehen konnten. Seit mehr als 40 Jahren steht der 60jährige so im Dienste der nationalen und der wirtschaftspolitischen Bewegung. Was er geleistet, weiß jedermann. Und darum war denn auch die Summe des Dankes, die man ihm an seinem sechzigsten Geburtstag als Fazit all seiner hingebenden Arbeit entgegenbrachte, eine Generalabrechnung gewissermaßen für all das, was er der Oeffentlichkeit gewesen ist. Schon am Vorabend nahmen die so zahlreichen Ehrungen ihren anfang, als die Kapelle der wackeren Feuerwehr ihr Ständchen mit herrlichen Weisen darbrachte. Daß sie mit einem Turnermarsch begann, war just das rechte, denn gerade um das Turnen hat sich Willi Zapp so außerordentliche Verdienste erworben. Und am nächsten Tage begann dann der Ansturm der Gratulanten und Kundgebungen anderer Art. Wohl an die 40 Vereine hatten Deputationen entsendet, um ihrem Führer und Berater für sein Wirken dankzusagen. Als Höhepunkt all dessen aber darf wohl der große Staffellauf angesehen werden, der vom Erzgebirgsturngau veranstaltet wurde und durch alle Teile desselben führte. 200 Turner überbrachten hierbei den Ehrenbrief des Deutschen Turnverbandes nebst Ehrenurkunde des Gaues. Es wurde eine Strecke von 50 Kilometer in der respektablen Zeit von 2½ Stunden durchlaufen. Als letzter Staffelläufer war Prof. Fischer aus Teplitz, der 70jährige Obmann des Verbandes, eingereiht, der die betr. Urkunden dem 60jährigen namens der gesamten Turnerschar überreichte. Ueber 600 Glückwunschschreiben liefen außerdem bei Willi Zapp ein, dazu 300 andere Gratulanten und zahllose schöne Ehrengaben. – An dieser Stelle auch ein treugebirgisches Glückauf dem treuen Deutschen!