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Erzgebirgische Ortsnamen

Illustriertes Erzgebirgisches Sonntagsblatt 134. Jahrgang Nr. 8 vom 23. Februar 1941. S. 4.

Viele der erzgebirgischen Ortsnamen haben im Laufe der Jahrhunderte Änderungen durchgemacht, manche nur teilweise, andere wieder völlig. Dr. Paul Knauth, Freiberg, ein Spezialforscher auf dem Gebiete der Ortsnamenkunde des Erzgebirges, hat eine Reihe dieser Veränderungen festgestellt. Es ist interessant, seinem Nachspüren zu folgen.

Völlig verändert hat sich die Bezeichnung für das hochgelegene Städtchen Jöhstadt. Jöhstadt ging aus St. Josefsstadt hervor, hieß aber vorher ganz anders, nämlich: Goswinsdorf (Goswin = Freund der Goten).

St. Joachimsthal nannte man ehedem Conradsgrün. Es war die Rodung eines Konrad, woraus sich gleichzeitig ergibt, daß diese Siedlung am wichtigen Erzgebirgspaß, über den heute die Großkraftwagen der KVG nach dem sudetendeutschen Bäderdreieck verkehren, fränkischen Ursprungs ist.

Elterlein soll bis 1429 „Quedlinburg am Walde“ geheißen haben. Nach Knauths Ansicht ist es wahrscheinlich eine Gründung von Sachsen aus dem Harz.

Marienberg nannte man ehedem Schlettas. Als Ortsteil besteht die Bezeichnung noch heute.

1270 erstmalig erwähnt, gab es bei Annaberg eine Siedlung mit Namen Reichenau. Später wurde sie Obermildenau genannt und wieder später mit Niedermildenau zu Mildenau, dem heute so bedeutenden Dorfe mit einer die Umgebung weit beherrschenden Kirche.

J. B.