Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 39 – Sonntag, den 21. September 1930, S. 2.
Wir stehen zurzeit im Zeichen der Jubiläen verschiedener Erzgebirgs-Zweigvereine, die im Kranze des Hauptvereins eine überaus wichtige Rolle spielen. Die Gesamttagung sämtlicher Erzgebirgsvereine findet bekanntlich nächste Woche in Buchholz statt. Da wird es interessieren, an dieser Stelle noch einmal einen Bericht zu lesen über die 25-Jahrfeier des Zweigvereins in Rittersgrün, der überaus segensreiche Arbeit in dem landschaftlich so schönen Teil unseres Erzgebirges geleistet hat. In dem Bericht heißt es:
Am Sonnabend feierte der Erzgebirgszweigverein im Gasthof „Goldener Engel“ in einfacher, schlichter Weise sein 25jähriges Bestehen. Vom Hauptverein war der Vorsitzende, Herr Oberstudiendirektor Grundmann-Eibenstock, erschienen. Nach einem Begrüßungsmarsch und dem Musikstück „Mein Erzgebirg“, gespielt von der Wagner‘schen Kapelle, begrüßte der Vorsitzende, Herr Postmeister Böttcher, alle Anwesenden, insbesondere Herrn Oberstudiendirektor Grundmann aufs herzlichste, ebenso den Männergesangverein, der sich in liebenswürdiger Weise bereiterklärt hatte, durch gesangliche Darbietungen das Fest zu verschönern. Weiter führte der Vorsitzende noch aus, daß es 34 erzgebirgische Männer waren, die sich am 22. Mai 1905 im Gasthaus „Waldburg“ zusammenfanden und den Verein aus der Taufe hoben. In kurzer Zeit zählte der Verein bereits 60 Mitglieder und hat sich heute ziemlich verdoppelt. Was der Verein in den 25 Jahren an Arbeit geleistet hat, ist bekannt. Es darf in diesem Zusammenhange auf die Wegemarkierung, Stellen von Ruhebänken usw. verwiesen werden. Wenn heute Hunderte von Fremden das Rittersgrüner Tal besuchen, und der Ort als Sommerfrische immer mehr und mehr Anklang findet, so ist das zum nicht geringen Teile auf den Jubelverein zurückzuführen. Die Rede klang in einem dreifachen Hoch auf die Jubilare und den Erzgebirgsverein aus. Namens des Hauptvereins beglückwünschte Herr Oberstudiendirektor Grundmann den Jubelverein und sprach die Hoffnung aus, daß der Verein weiterhin dem Ganzen sich anschließe und wie bisher der guten Sache zur Verfügung stehe, also auch weiterhin Arbeit leiste, ohne nach dem Lohn zu fragen. Den nachstehenden, noch heute dem Verein angehörenden Gründern wurden als äußeres Zeichen der Dankbarkeit die Ehrenurkunden und Ehrenzeichen überreicht: Hermann Bleyl, Hugo Brückner, Hans Flemming, Emil Flemming, Rudolf Flemming, August Käding, Karl Riedel, Arno Eisenreich, Alban Bleyl, Hermann Mehlhorn, William Albani, Oskar Schneider, Paul Tröger, Eduard Reißmann, Wilhelm Schneider, Robert Kaufmann, Rudolf Junghans, Albert Breitfeld und Georg Sternkopf. Nach einer Pause folgte das von allen Teilnehmern sehr gut gespielte Theaterstück „Das gute Gungel“ und anschließend der gemeinsame Gesang des Anton Günther’schen Liedes „Heil euch, ihr deutschen Brüder“. Der Festball schloß den harmonisch verlaufenden Festabend.