
Cranzahl hat, wie gemeldet, seinen neuen Seelsorger. Es war etwas Erhebendes, um Einzug und Einweisung des neuen Geistlichen, Herrn Pfarrer Schwinger. Nach verschiedenen Seiten hin war das Ereignis bemerkenswert. Einmal deswegen, weil der neue Seelsorger in Cranzahl seine erste Pfarrstelle ständigen Sitzes erhielt, nachdem er zuvor als Hilfsprediger fungiert hatte, so u. a. in Pöhla i. E., wo man sich angesichts der außerordentlichen Beliebtheit des Geistlichen von ihm schweren Herzens trennte. In Cranzahl hatte man auch sofort beim Einzug den sympathischsten Eindruck von dem neuen Diener Gottes, einem zuversichtlich, frisch und warmherzig dreinschauenden jugendlichen Geistlichen. Dieser Ersteindruck bestätigte sich auch bei der Einweisung am 24. August, über die wir eingehend berichteten. Zum anderen war das Ereignis dadurch auch von besonderer Note, als ein Bruder des Eingewiesenen, der ebenfalls Geistlicher ist, bei dem feierlichen Akt der Ordination assistierte. Beide Theologen entstammen der Familie eines Kohlenwerksteigers in Rainsdorf bei Zwickau. Also: mit irdischen Gütern bestimmt nicht gesegnet, haben hier von sieben Kindern einer schlichten Bergmannsfamilie zwei die Universität bezogen und sich aus eigener Kraft bei treuer elterlicher Hilfe den Weg zum Theologenamt gebahnt. Achtung vor solcher Lebenstüchtigkeit. Nun wird Herr Pfarrer Schwinger in obenstehender Kirche wirken, getragen vom Vertrauen seiner Gemeinde und wird in Cranzahl gewiß schnell seine zweite Heimat finden.