Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 29. – Sonntag, den 13. Juli 1930. S. 1.

Zu den prächtigsten Schulfesten des oberen Erzgebirges hat stets dasjenige Frohnaus gezählt, wo man mit vorbildlicher Hingabe besonders den Festzug der Kinder stets betreut hat. Weithin ist der Ruf von der Pracht dieses Zuges gedrungen und hat wie bei den voraufgegangenen Veranstaltungen, so auch diesmal wieder Hunderte von Zuschauern auch von auswärts herangelockt. Sie alle waren wiederum begeistert von dem, was am Sonntag, den 6. Juli, in Frohnau geboten wurde, als in langen, langen Reihen, wie ein großer prächtiger Jugendfilm die Bilder vorüberzogen, aus denen sich jener Schulfestzug zusammensetzte. Alle hätte man sie auf die Platte der Kamera festhalten mögen, all die Bilder, die mit so viel Liebe und feinem Verständnis, mit so geschickten Händen und köstlichem Heimatsinn aufgebracht wurden. Aber nicht nur der Gedanke und der Aufbau des Ganzen, die zugtechnische Inszenierung waren meisterhaft, nein auch das Sichgeben der Schulkinder, ihre Haltung, ihr Hantieren auf jedem Gruppenbild und die sichtbare Begeisterung, mit der sie dabei waren, entzückten allgemein. Nachdem der Herold und eine Reiterkavalkade den Festzug eröffnet, löste sich Gruppe um Gruppe in überall hochinteressanter Folge ab. Im Zeichen des Volksliedes stand die Mehrzahl der wunderbaren Festwagen, an denen sich Sinne und Herzen erquickten. „Am Brunnen vor dem Tore“, „Trari, trara, der Sommer, der ist da“, „In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad“ usw. usw. Einige der letzteren geben wir hier im Bilde wieder. Ja, es waren verlebendigte Lieder, die man da sah. Weiter stehen wir auf unserem Bilde einen herrlichen Erntefestwagen und einen Ausschnitt aus dem Getriebe der Veranstaltungen auf der Bäuerin.