Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 28. – Sonntag, den 6. Juli 1930. S. 4.

Die Schule der schönen Erzgebirgsgemeinde Walthersdorf begeht am 5. Juli die Feier ihres 200jährigen Bestehens. Bis 1730 war Walthersdorf nach Schlettau eingeschult. Bestand auch seinerzeit der allgemeine Schulzwang noch nicht, so mußten doch die Kinder nach dem damaligen Brauch im Sommer mindestens einmal wöchentlich und im Winter täglich einmal den Unterricht besuchen. Der Schulbesuch war also ziemlich beschwerlich. Wie es nun kam, daß Walthersdorf ein eigenes Schulwesen erhielt, darüber fehlen jedwede Anhaltspunkte; jedenfalls aber hat die Zunahme der Schulkinder den Anstoß gegeben. In einem ausführlichen Artikel, der aus Anlaß des Jubiläums erschienen ist und als Walthersdorfer Sonderbeilage der „O. Z.“ zur Feier herausgegeben wurde, ist über all dies eingehend berichtet worden. – Beistehende Bilder zeigen das erste Schulhaus, das sich in dem Herrn Bruno Petzold gehörenden jetzigen Grundstück befand; auf dem 2. Bild sieht man das (jetzt Herrn Paul Lang gehörige) Haus, in dem sich die Schule sodann bis 1826 befand. Das 3. Bild führt den gegenwärtigen Schulbau vor Augen.