Vom 50-Jahr-Jubelfest der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzbach.

Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 24. — Sonntag, den 8. Juni 1930, S. 4

Kopie
Die Schwarzbacher Jubelwehr bei der Gedenkfeier am Kriegerehrenmal.
Photo: Erich Meiche-Annaberg.

Die Schwarzbacher Freiwillige Feuerwehr beging, wie die „O. Z.“ eingehend berichtete, unlängst ihr 50jähr. Bestehen. Der Feier ging zu Ehren des Jubelfestes eine Delegierten-Tagung des Obererzgebirgischen Bezirksfeuerwehrverbandes voraus. Daran schloß sich in Hackbeils Gasthof der Festkommers, der ein abwechslungsreiches, interessantes Programm aufwies. Im Verlaufe desselben hielt Herr Branddirektor Bürgermeister Teucher die Festansprache, in welcher er ein geschichtliches Bild von der Gründung und Entwicklung der Jubelwehr bot. Redner erinnerte daran, wie die Schwarzbacher Wehr seinerzeit ins Leben trat, als man nach dem Brand des Hübschmann‘schen Gutes 1880 eine Versammlung einberief, in der der Grundstein zur Wehr gelegt wurde. Kommandant war damals der Gasthofsbesitzer Emil Mehnert, Stellvertreter der Gutsbesitzer Friedrich Sandig, der gleichzeitig Kassierer war. Sie bildeten das auf fünf Jahre gewählte Direktorium mit den Besitzern Robert Friedrich und Karl Kreutel. Umgehend nahm man die Anmeldung beim Bezirksverband vor. Ein weiterer Gedenktag der Wehr war der 2. September 1893, an dem die von der Firma Haustein in Raschau erbaute Saug- und Druckspritze eingeholt wurde. 1902 ging man an die Errichtung eines Steigerhauses. Der Weltkrieg brachte die Einziehung fast aller Kameraden zu den Fahnen. Der stellv. Hauptmann Kreutel leitete inzwischen die Wehr. Nach Kriegsende traten die alten Wehrleute wieder zusammen. 1925 fand die Bannerweihe statt. Von den Gründern sind noch 5 am Leben; von ihnen gehören der Ehrenhauptmann Karl Kreutel und die Ehrenmitglieder Karl Einenkel und Richard Demmler der Wehr noch an. Die beiden anderen, Reinhard Hecht und Richard Georgi, wohnen auswärts. Zwei Kameraden fielen im Weltkrieg. Zurzeit zählt die Wehr 74 Kameraden. Kommandant ist jetzt Fritz von Jagemann.

Kopie
Der Gedenkakt am Schwarzbacher Kriegerehrenmal.

Im weiteren Verlauf des Kommerses hielten Ansprachen die Herren Amtshauptmann Freiherr von Wirsing und Kreisvertreter Stadtrat Müller, Scheibenberg. – Am Sonntag fand Kirchenparade statt. Pfarrer Dr. Paulinus-Elterlein gedachte in seiner Predigt in trefflichen Worten des Wehrjubiläums. Nach dem Gottesdienst fand vor dem Kriegerehrenmal eine Gedenkfeier statt, bei welcher der genannte Geistliche in ergreifenden Worten dem Gedenken an die dahingegangenen Wehrmänner Ausdruck verlieh. Hierauf legte Hauptmann von Jagemann einen Kranz am Denkmal nieder. Der Nachmittag brachte Festzug und Angriffsübung.

Kopie
Die alte Schwarzbacher Spritze nebst Gründern der Wehr.
Photo: Erich Meiche-Annaberg.