Erzgebirgische Heimatblätter. Beilage der Obererzgebirgischen Zeitung. Nr. 18 – Sonntag, den 27. April 1930, S. 4
Auf dem Häbeleberg in Oberwiesenthal wütete, wie die „O. Z.“ bereits eingehend mitteilte, am zweiten Osterfeiertag abends in der 6. Stunde ein Großfeuer, dem vier Häuser zum Opfer fielen. Da es sich um alte Fachwerkbauten handelte, die stark mit Holzwerk durchsetzt waren, fand das rasende Element schnelle und reiche Nahrung, sodaß nicht viel zu retten war. Es war gegen ¼7 Uhr, als in der Stadt Feueralarm geblasen wurde. Rauchwolken vom Häbeleberg her kündeten die Brandstelle an, die in einem Teil Oberwiesenthals lag, der unter Freunden des Heimatlichen wegen seines gebirgisch-alten Baustiles bekannt und beliebt war. Interessante Heimathäuser wurden dort vernichtet. Schnell züngelten die Flammen von einem Bauwerk zum anderen hinüber. Obwohl die Wehren von Ober-, Unter- und Hammerunterwiesenthal, sowie von Böhmisch-Wiesenthal das Feuer bekämpften und Motorspritzen zur Stelle waren, konnte nichts von den Bauwerken gerettet werden. Bis auf die Umfassungsmauern wurden die vier Gebäude eingeäschert; nur ein allerdings erheblicher Teil der Wohnungsgegenstände der nun obdachlos gewordenen 6 Familien konnte geborgen werden. Mitleidige Nachbarn nahmen die Opfer der Brandkatastrophe mit ihren vielfach zahlreichen Kindern bei sich auf; andere wurden in der alten Schule untergebracht. Die Gebäude waren über hundert Jahre alt, in ihnen wohnten früher Bergleute. –

Eine große Menschenmenge wohnte dem Feuer bei. – Wir haben diesen Darlegungen ein Bild von dem Großfeuer beigefügt, das eine ausgezeichnete Aufnahme darstellt.